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VR im Geografieunterricht

Virtual Reality im Geografieunterricht

Hohe Berge besteigen, zurück in die Vergangenheit oder in ferne Länder reisen, ohne das eigene Zimmer zu verlassen, ist seit einigen Jahren kein Problem mehr. Dank Virtual Reality (VR) Anwendungen können wir in virtuell erzeugte Räume eintauchen und diese realitätsnah und zum Teil auch interaktiv erleben. Für das Fach Geografie sind diese Entwicklungen von grosser Bedeutung, da sie Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit geben, Räume, die für sie nur schwierig oder gar nicht erreichbar sind, realistisch erfahrbar zu machen.

Das Lernen mit immersiver virtueller Realität (iVR) hat den Vorteil, dass in einer künstlich geschaffenen Welt Fähigkeiten und Fertigkeiten einübt werden können, die unter normalen Umständen zu aufwändig, gefährlich oder nicht möglich wären. Deshalb wächst das Interesse an iVR in unterschiedlichen Bereichen, wie zum Beispiel in der Industrie oder der Medizin.

Für das Fach Geografie zeigen sich die Chancen beispielsweise beim Erforschen von naturwissenschaflichen Phänomenen, wie etwa dem Wasserkreislauf oder dem Aufbrechen von stereotypen Vorstellungen über unterschiedliche Regionen der Welt, denn durch virtuelle Exkursionen können nicht erreichbare Räume erlebbar gemacht und analysiert werden.



Kommentare

  • Profilbild von karin.huser@phzh.ch

    Huser, Karin [karin.huser@phzh.ch]

    Hallo zusammen, Kompliment, dass ihr dieses wichtige Thema mit diesem LO in die fachdidaktische Diskussion einbringt. Das schätze ich sehr!
    Das Potenzial scheint mir gross, insbesondere dort, wo bis anhin die Methoden "Arbeit mit Bildern, Filmen", befragen, ein Interview führen und recherchieren genutzt wurden. Es ist eindrücklich, mitten in einer Landschaft zu stehen und sich in einem unbekannten Raum zu bewegen. Wichtig scheint mir dabei, nicht nur zu schauen, sondern v.a. Interesse zu wecken und entwickeln sowie Fragen zu stellen: Was sehe ich da? Wie gefällt mir diese Landschaft, wie bewerte ich diese Landschaft und warum bewerte ich sie so? Wie ist diese Landschaft entstanden? Erkenne ich unterschiedliche Raumnutzungen? Anhand dieser Raumnutzungen Vermutungen anstellen, welche Mensch-Umwelt-Beziehungen hier wichtig sein könnten. Aber auch wie würde ich diesen Raum beschreiben? Wie könnte sich dieser Raum anfühlen, wie riecht es dort? Was könnte ich in diesem Raum erleben, erfahren? Diese Fragen könnten SuS mit einem Avatar diskutieren. Zentral ist nach dieser Erfahrung die Reflexion im GG-Unterricht mit der Lehrperson. Sehe ich in diesem virtuellen Raum, was andere sehen? Was fällt mir auf, was fällt anderen auf? Worin unterscheiden sich unsere Bewertungen des Raumes, welche Argumente/Gefühle haben mich zu dieser Bewertung veranlasst? Was sagt das über mich selbst aus? Sind die Antworten des Avatars glaubwürdig, plausibel und weshalb (nicht)? Stört es mich, wenn ich den Raum nicht rieche, spüre oder kann ich mir das zusätzlich vorstellen? Was nehme ich mit aus diesem Erlebnis für meinen Lernprozess?
    Das grösste Potential sehe ich jedoch darin, wünschenswerte Zukünfte zu modellieren. Wir wissen aus der Forschung, dass es Menschen schwer fällt, sich nachhaltige Raumentwicklung vorzustellen. Je konkreter wir im Modell unsere Visionen darstellen und diskutieren können, umso besser erkennen wir die ästhetische Wirkungen, mögliche Vor- und Nachteile, mögliche Wirkungen und Wechselwirkungen auf Natur und Gesellschaft. In der gemeinsamen Aushandlung können wir unsere Visionen mit ihren Vor- und Nachteilen, mit vermuteten (Wechsel-)Wirkungen besser abwägen. Ich bin gespannt, wie sich VR im GG-Unterricht entwickeln wird. Lieber Gruss Karin (karin.huser@phzh.ch).

    Erstellt am4. Mär 2026