Kikkerschwimmen
Unterricht
- Im Anfangsunterricht ist im Idealfall die Wassertemperatur etwas erhöht (29-30 Grad Celsius).
- Es ist darauf zu achten, dass im Anfängerunterricht eine spielerische und lustvolle Atmosphäre herrscht. Das kann einerseits durch abwechslungsreiche Spiele und Übungen erreicht werden, andererseits ist die Lehrperson und ihre Beziehungsgestaltung zu den Lernenden, ihre Begeisterung für den Inhalt und Aufmerksamkeit für das Lernen der Teilnehmenden ein wesentlicher Faktor.
- Die Lernenden begeistern sich für das Schwimmen einerseits durch den sicheren Aufenthalt im Wasser, andererseits durch ihre kleinen und grösseren Lernfortschritte.
- Angst ist ein Thema, gerade im Wassergewöhnungsunterricht. Es kann da um verschiedene Ängste gehen: Angst vor Neuem, Unbekanntem (Wasserdruck; Sicht-, Hör-, evtl. Orientierungsverlust unter Wasser; etc. ...); Lärm; Aufgeben des sicheren Standes, aber auch Versagensängste und damit verbunden soziale Ängste wie Angst vor dem Ausgelacht-Werden. So gesehen ist Wassergewöhnungsunterricht mehr als «Schwimmenlernen». Wassergewöhnungsunterricht ist Schulung dessen, wie man mit Unbekanntem, Neuem, vielleicht Angst-Machendem und mit seinen Ängsten und Befürchtungen gut umgehen kann.
- Die Begleitung der Lernenden in Situationen, wo Ängste vorhanden sind, verlangt von den Lehr- und Begleitpersonen neben dem professionellen Wissen und Können viel menschliches Einfühlungsvermögen: Wieviel unterstützende Nähe oder aufmunternde Distanz ist angesagt? Wie könnte der nächste, noch knapp bewältigbare Schritt aussehen? Muss vor einem nächsten Schritt zuerst Mut «getankt» werden mit der Ausführung von schon Bewältigbarem? Etc.
- Wie immer im Schwimmunterricht sind die Übungsformen lange genug durchzuführen, damit die Lernenden eine genügende Anzahl Wiederholungen der Zielbewegung erreichen und durch die Intensität nicht zu frieren beginnen.
- Durch genaues Beobachten und aufmunternde, unterstützende Rückmeldungen sind die Lernenden bereit, die Übungen etwas länger auszuführen – es wird Ihnen nicht so schnell langweilig. Aus diesem Grund sind auch die Instruktionsphasen kurz und anschaulich zu halten.
- Wassergewöhnungsunterricht findet generell im brusttiefen Wasser (der/des kleinsten Lernenden) statt, damit ein sicherer Stand jederzeit möglich ist.
- Die Aufbauformen des Kikkerschwimmens werden – wie in der Konzeption des Schwimmunterrichts dargestellt – von Anfang an in den Schwimmunterricht eingebaut.
- Die Übungen werden in der Regel nicht nur in einer Lektion ein- und durchgeführt, sondern in weiteren Lektionen wiederholt, evtl. mit kleinen Variationen. Dies erhöht generell die Übungszeit und verkürzt die Instruktionszeit.
- Korrekturen sind auf dieser Stufe immer mit gleichen oder ähnlichen Übungen für die ganze Gruppe verbunden. Die Aufmerksamkeit wird bei der Instruktion entsprechend gelenkt. («Wir gehen noch einmal wie Pinguine, schaut diesmal noch besser darauf, dass die Zehen den Boden nicht berühren.»)
- Ausatmen ins Wasser ist im Hinblick auf eine koordinierte Atmung beim Kraul- und Brustschwimmen eine wichtige Unterrichtskomponente. Allerdings ist auch das Anhalten des Atems eine wichtige Kompetenz und soll deshalb geübt werden.
| ![]() |
- Es gibt im Aufbau eine Express- und eine Normalvariante. Die Normalvariante wird im Kapitel «Aufbauformen» beschrieben. Für schnelle Lernerinnen und Lerner (z.B. Erwachsene) sind die Kernübungen grundlegend, die weiteren Aufbauformen können als Korrekturformen eingesetzt werden. Wir erachten diese Übungen als zwingend für einen beschleunigten, aber sorgfältigen Aufbau: 3, 5, 9, 10, 11, 12, 20, 22, 24, 25
Download Expressvariante Aufbaureihe Kikkerschwimmen als PDF
Weitere gute Hinweise zum Organisieren von Schwimmunterricht finden Sie im Lehrmittel Schwimmen, Broschüre 4, S.11 und 12.
(Bucher, Walter. 2002. Lehrmittel Schwimmen. Bern: Eidgenössische Sportkommission ESK.)
