Spielen lernen
Spielkompetenzen vermitteln
In unserem Bildungssystem findet ein Paradigmenwechsel in Richtung einer verstärkten Output-Orientierung (siehe z.B. neuer Lehrplan 21) statt. In diesem Zusammenhang wird neu der Fokus auf den Kompetenzerwerb der Schülerinnen und Schüler gelegt. "Kompetenzorientierter Unterricht lässt sich als ein Unterricht definieren, in dem Schüler die von ihnen erwarteten Kompetenzen erwerben können." (Neumann 2010, S.62)
In Bezug auf die Kompetenzorientierung ist die Frage nach der optimalen Vermittlung von Spielkompetenzen entstanden. Kompetenzen sind nach Kurz (2008) "kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten, bestimmte Probleme zu lösen[…], um die Problemlösung in variablen Situationen erfolgreich und verantwortungsvoll nutzen zu können" (Kurz, 2008, S. 215).
In einem kompetenzorientierten Unterricht kennen die Schülerinnen und Schüler die Ausgangslage und das Ziel, das sie am Ende einer Unterrichtsphase erreichen sollen. Die Rolle der Lehrperson ist diejenige eines Coaches, die/der gemeinsam mit den Jugendlichen den Weg sucht, der zum Ziel führt. Aufgrund der Heterogenität jeder Schulklasse, sind immer mehrere Wege möglich und gefragt.
Diese Ausgangslage hat uns motiviert, neue Wege zu suchen, die sich von der klassischen "Spielreihe" distanzieren.
Da nach Kurz (2008) die Fähigkeit taktische Probleme zu erkennen und sie adäquat zu lösen für den Spielanfänger entscheidend ist, haben wir uns zum Ziel gesetzt, wichtige Spielkompetenzen für Mannschaftssportarten anhand aktueller Spielvermittlungsmodelle zusammen mit den Studierenden zu bearbeiten.
Die gewählte Spielvermittlungsmodelle "Tactical Games Teaching", "Genetisches Lernen" und "Integrative Sportspielvermittlung" werden in den Teilobjekten der Studierenden erläutert.
Kurz, D. (2008b). Output-Standards für den Schulsport – Funktionen, Gefahren, Chancen. In E. FRANKE (Hrsg.), Erfahrungsbasierte Bildung im Spiegel der Standardisierungsdebatte (S. 23-38). Baltmannsweiler: Schneider.
Neumann, P. (2010). Kompetenzorientierung – Chance oder Schimäre. Sportpädagogik, 34 (4+5), 62-65.