Spielen lernen
Vermittlungsmodell
Das Genetische Lernen ist ein etabliertes Spielvermittlungskonzept. Im Folgenden wird es genauer erläutert und auf die Rolle der Lehrperson und der Schülerinnen und Schüler eingegangen.
Das Konzept des genetischen Lernens orientiert sich stark am Verständnis der Lernenden und soll mit Hilfe von «sokratischem Anleiten» durch die Lehrperson und Reflexion der Schülerinnen und Schüler über ihre Lösungsfindung umgesetzt werden. Damit ist gemeint, dass die Lehrperson als Berater/in und Unterstützer/in fungiert und die Schülerinnen und Schüler durch Fragen und Anleiten fördert und leitet.
Das genetische Vermittlungskonzept basiert zusammengefasst auf dem Folgenden:
Vom Phänomen zum Problem, über Problemreflexion zu Lösungen um (spielend) zu üben (Sportpädagogik 3 – 4/2011, Sportspieldidaktische Konzepte).

Das Modell des genetischen Lernens lässt sich im Volleyball sehr gut umsetzen. Da Volleyball hohe technische und taktische Anforderungen an die Spieler/innen stellt, ist diese Ballsportart nicht immer beliebt in den Schulen. Die Ursache liegt im mangelnden Spielfluss und dem sogenannten «Ping-Pong-Spiel». Auch hat die Heterogenität einen grossen Einfluss auf das Volleyball-Spiel. Aus diesen Gründen haben wir uns für das Modell des genetischen Lernens entschieden, da die Schülerinnen und Schüler durch «sokratische Gesprächsführung« zur Reflexion über das Spiel und ihre Rolle angeleitet werden und dadurch Unterschiede ausgleichen können.
Wir beobachteten, dass die Schülerinnen und Schüler sehr positiv auf Fragen reagieren, die ihren Einbezug ermöglichen. Sie strengten sich an, an der Spiel- und Regelentwicklung mitzumachen.
Durch mögliche Vereinfachungen (z.B. einmal Fangen, Ball darf einmal auf den Boden) gelingt es auch schwächeren Schülerinnen und Schülern im Spiel dabei zu sein, so dass sie ebenso zu Ballkontakten kommen.
Es kann sich als vorteilhaft erweisen, eine Übung anfangs vorzugeben und dann die Schülerinnen und Schüler nach Anpassungen zu fragen.
Problemanalyse (sokratisches Gespräch)
- Was funktioniert im Spiel?
- Was hat noch nicht funktioniert?
- Was braucht es, damit es funktioniert?
- Welche Punkte sind wichtig, dass ein Spielfluss entsteht?