Leichtathletik in der Primarstufe

Von der Stafette zur Staffel (Vom Reiz des Laufens in der Gruppe)

Eine grosse Bedeutung für den Sportunterricht haben Stafetten. Oft jedoch scheuen sich LP diese durchzuführen, weil im Unterricht mit Störungen zu rechnen ist (wer hat gewonnen, die haben gemogelt etc.…) Mit einer Stafette kann gezielt die Schnelligkeit und Reaktionsfähigkeit trainiert werden, weil die SuS eine Strecke in hohem Tempo zurücklegen müssen. Dabei müssen sie auf ein Zeichen - zum Beispiel einen Handschlag - möglichst schnell starten. Weiter werden der Teamgeist und das Sozialverhalten positiv gefördert, weil die SuS nur als Team gewinnen können. Alle müssen ihr Bestes geben.

Die langsameren Schülerinnen und Schüler sollten aber auf keinen Fall diskriminiert werden. Deshalb ist es gut, wenn man Formen wählt, bei denen nicht die reine Schnelligkeit zählt. So kann man sie zum Beispiel Buchstaben holen lassen, die sie dann zu einem Wort zusammensetzen müssen. Somit zählen nicht nur die Laufleistung, sondern auch noch kognitive Fähigkeiten. Weiter kann man auch Formen wie die Begegnungsstafette durchführen, bei denen die schnelleren Läufer die Leistungen der langsameren kompensieren können.
 
Die Stafette wird generell als Wettkampf durchgeführt. Deshalb gibt es immer Gewinner und Verlierer. Die Schülerinnen und Schüler müssen lernen, auch mit Niederlagen umgehen zu können. Man sollte aber darauf achten, dass alle Gruppen die gleichen Chancen auf einen Sieg haben und dass nicht immer die gleichen gewinnen. Denn sonst wird es für die Verlierer langweilig und sie strengen sich nicht mehr an, weil sie denken, sie würden sowieso verlieren.

Fairness

Den Wettkampf «kultivieren»
Normen, Regeln, Handlungsvereinbarungen
Verhaltensregeln befolgen (Fairplay)

Chancengleichheit

Resultat nicht vorhersagbar
Wechselnde Sieger und Verlierer
Ausgeglichene Gruppen bzw. entspr. Aufgabenstellungen

Inhalte

Förderung von konditionellen (und evtl. koordinativen) Fähigkeiten
Taktisches Verständnis, Begegnung, Erlebnis
Keinerlei Bewegungsqualitäten oder Technikschulung
Ungefährlich, nicht schädigend

Intensität

Mögl. viele (evtl. alle) SuS gleichzeitig beteiligt
Kleinstmögliche Gruppengrösse - wenn mögl. 2er- od. 3er-, max. 4er-Gruppen
Nie nur einen Durchgang
  • Wiederholungen von Durchgängen mit derselben Aufgabe (Probeläufe)
  • durch einfache Variation (Steigerung)

Organisation

Einfache Aufgaben
Sinnvoller Einsatz des Materials
Gruppen, die fertig sind, setzen sich (Einerkolonne, ruhig! Übersicht)
Keine Formen wählen, bei welchen einzelne SuS / Gruppen ausscheiden
Vorzeigen ist oft besser als Erklären

Durchführung

Auswertbar
Eindeutige Ablöseformen
Konsequente Regeleinhaltung
Kontrolle durch Lehrperson

Pädagogisches

Beschämung, Frustration und Hohn (Blossstellen) der Verlierer möglichst ausschalten
K(l)eine Folgen von Sieg und Niederlage (kein Siegerkult)

Allgemein

Spielerischen Charakter beibehalten
Leistungsaspekt berücksichtigen
 
Ungeeignet für den Lektionsbeginn, wenn:
  • nicht alle SuS gleichzeitig (miteinander) in Bewegung sind.
  • die Form nicht allen bekannt ist und viel Regiezeit (Erklärung, Material, Gruppenbildung, …) benötigt wird.

<hr>
Schauen Sie sich unterschiedliche Stafettenformen in den folgenden Videosequenzen an:
 
Schauen Sie sich unterschiedliche Wechselformen in den folgenden Videosequenzen an: