Lehr-Lern-Arrangements im Sportunterricht sind nicht ganz so vielfältig wie diejenigen im Schulzimmer, dennoch ist vor allem auf der Unterstufe Stationentraining oder Werkstattunterricht auch im Sport möglich. Für den Sportunterricht in der Leichtathletik eignet sich aber vor allem Frontalunterricht, vor allem auf der Mittelstufe sollen den SuS viele Grobformen von Fertigkeiten beigebracht werden. Im Wissen darüber, dass Bewegungslernen zu einem wesentlichen Anteil durch Nachahmen stattfindet, soll die Lehrperson viel vormachen - der Vorbildwirkung ist eine grosse Bedeutung beizumessen. Das folgende «Bewegungslernmodell» soll dabei leitend sein für die Arbeit mit den SuS im Leichtathletik-Unterricht. Generell gilt dieses aber für alle Lernprozesse der Grund-Bewegungen (auch Drehen, Rollen, Klettern …) in der Primarstufe: Von den Fähigkeiten zu den Fertigkeiten – Entwicklungsprozess Grundbewegungen lernen Alter Unterstufe | Lernweg machen lassen | Lernziel Viele, verschiedene Spielformen (Grunderfahrungen: Fähigkeiten) | Lehrform Klasse: -erproben -entdecken lassen | Korrektur (fast) keine | Mittelstufe | so machen | Viele Grobformen (Fertigkeiten) | Klasse oder Halbklasse: -auffordern -vorzeigen | grobe Fehler | Oberstufe | genau so machen | Grob- & Feinformung | v.a. Gruppe: -vorzeigen -erklären -helfen -korrigieren | feine Fehler sehen (lassen) |
Erläuterung zu: «Von den Fähigkeiten zu den Fertigkeiten!» Unterstufe: machen lassen Der Sportunterricht soll so aufgebaut sein, dass die SuS machen dürfen (Wurferfahrungen, Lauferfahrungen, Sprungerfahrungen, aber auch Rollen, Drehen, Stützen, Schwingen, Hangen…). Da eignet sich in vielen Lektionen Werkstattunterricht oder dann das Vormachen – Nachmachen mit Aufmerksamkeitslenkung (wer von euch kann…? Macht die Bewegung blind, mit rechts, mit links, zu zweit…!). Störend ist natürlich der erhöhte Materialaufwand in der Unterstufe, die Lektionen müssen sehr gut vorüberlegt werden. Was sich hier eignet, ist die Absprache mit der Lehrperson, die vor- oder nachher Sport unterrichtet: Können wir uns in der nächsten Zeit auf ein Thema einigen und so den Materialaufwand (Aufstellen, Aufräumen, Bereitstellen des Materials) teilen? Mittelstufe: so machen Die Lehrperson fordert die SuS auf, sie zeigt den Fosbury Flop, den Wurf mit 5 Schritten Anlauf, den Schrittsprung, Schleuderbewegungen und die korrekte Sprinttechnik vor. Sie stellt für die SuS spannende, attraktive Übungsformen (wenn möglich mit einem spielerischen Charakter!) zusammen. Ganze Primarschule Wichtig ist, den SuS ein Gefühl von «Action» zu vermitteln, da läuft etwas, da sind wir gefordert (Bewegung ermöglichen!). Lange Wartezeiten (= grosser Redeanteil der LP) sollen vermieden werden. Nicht immer werden alle SuS den Auftrag verstehen, das ist im Klassenzimmer ja auch nichts anders! |
Wie kann ich eine Leichtathlektik-Lektion aufbauen? Aufbau einer Leichtathlektik-Lektion «Jede Lektion hat einen Schwerpunkt, dem ein Einleitungsteil vorangeht. … Die spielerische Gestaltung von Übungs- und Belastungsformen ist ein wichtiges methodisches Prinzip, welches in jeder Lektion zum Tragen kommen soll» (Lehrplan, S. 317) Die 45 Minuten einer Normallektion sind wie folgt eingeteilt: Vor der Lektion Empfehlenswert ist ein offener Lektionsbeginn, d. h. die SuS ziehen sich während der Pause um und können sich frei in der Halle bewegen (Lauf- und Fangspiele, evtl. Bälle), bis alle da sind. Das (auf die Lehrperson) Warten in der Garderobe oder gar vor der Sporthalle bedeutet Verlust der wichtigen Bewegungszeit und ist zu vermeiden. Für Leichtathletik-Lektionen eignen sich alle Fangisformen oder auch Seile. Motivational ist in der Mittelstufe sogar eine fachfremde Einleitung besser, nämlich z.B. mit Bällen oder auch Frisbees. Einstimmung / Aufwärmen- Alle SuS sofort bewegen, evtl. funktionelles Vorbereiten (Mittelstufe: eine koordinative Übung, eine Kräftigungsübung (vor allem Rumpfmuskulatur) und eine aktive Dehnungsübung) auf den Hauptteil.
Hauptteil- Schwerpunkt erarbeiten/bearbeiten, Ziel(e) anstreben
Abschluss- Meistens reichen ein kurzes Auswertungsgespräch und ein Lob als Rückmeldung an die Klasse.
- Ausser nach intensiven Ausdauerlektionen braucht es keine Entspannung.
Allgemein- Roter Faden durch die Lektion: inhaltlich, organisatorisch
- Rhythmisierung: Konzentration, Belastung, Stimmung, …
- «Ei-Didaktik»: Einfach und intensiv
- wenige Umstellungen (Material, Sozialformen, etc.)
- wenige Übungs- und Spielformen mit vielen Variationen (erleichtern – erschweren)
- L-L-L: Lernen – Leisten – Lachen
Und nach der Lektion- Wesentliches festhalten, Konsequenzen ableiten
Halbklassenunterricht in der Mittelstufe in der LeichtathletikSo oft wie möglich versucht die Lehrperson ihre Klasse dazu zu bringen, dass sie selbstständig in einer Hallenhälfte oder draussen auf dem Hartplatz oder auf der Wiese ein Spiel oder bereits eingeführte Lerninhalte durchführen kann. Dadurch entstehen viele gute Variationen von Lektionen (z.B. Weitsprung-Lektion und Frisbee) |
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